Zufällige Tessellationen im hyperbolischen Raum
Nat Kendal-Freedman – Hector Fellow Anna Wienhard
Tessellationen unterteilen einen Raum ähnlich wie die Mosaiksteine ein Bild unterteilen. Die Untersuchung der einzelnen Steine und der von ihnen gebildeten Muster bietet eine Möglichkeit, sowohl reale Phänomene wie Mikrostrukturen als auch mathematische Objekte wie metrische Räume zu analysieren. In diesem Projekt untersuchen wir zufällige Tessellationen im hyperbolischen Raum, um einen überraschenden Zusammenhang zwischen Wahrscheinlichkeit, Geometrie und Algebra besser zu verstehen.
Das Ziel dieses Projekts ist es, durch zufällige Tessellationen einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Bereichen der Mathematik zu untersuchen. Jüngste Arbeiten haben Erkenntnisse über bestimmte diskrete Untergruppen von Lie-Gruppen im Zusammenhang mit dem hyperbolischen Raum geliefert, indem sie Ideen aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Geometrie zusammengeführt haben. Die ideale Poisson-Voronoi-Tessellation (IPVT) wurde verwendet, um wichtige Ergebnisse zu beweisen, was Anreize für die Konstruktion von Variationen davon geschaffen hat.
Die Kacheln einer Voronoi-Tessellation werden wie folgt konstruiert. Man nehme einen metrischen Raum und lege eine Menge von Punkten darin fest. Jeder Punkt definiert eine Kachel, die aus allen Punkten des Raums besteht, die näher an ihm liegen als an jedem anderen festgelegten Punkt. Um eine zufällige Tessellation zu erhalten, wählen wir die festgelegten Punkte auf der Grundlage eines Zufallsprozesses aus. Die IPVT verwendet diese Art der Konstruktion mit Punkten, die gemäß einem Poisson-Punktprozess auf einer geeigneten Grenze des metrischen Raums ausgewählt werden. Eine natürliche Erweiterung dieser Arbeit besteht daher darin, andere Punktprozesse zu betrachten. Wir arbeiten derzeit mit determinanten Punktprozessen, die eng mit dem Poisson-Punktprozess verwandt sind, aber zu gleichmäßigeren Kacheln führen.
Umgekehrt können wir mit der algebraischen Seite beginnen. Mathematische Gruppen beschreiben die Symmetrien eines Raums, daher ist es oft sinnvoll, sie in Verbindung mit diesem Raum zu untersuchen. Die IPVT entspricht einer bestimmten Art von Gruppe (Gitter), die auf den hyperbolischen Raum wirkt. Wir konstruieren auch Punktprozesse, die kleineren diskreten Untergruppen von Interesse entsprechen, wie z. B. Schottky-Gruppen.
Eine Poisson-Voronoi-Tessellation der hyperbolischen Ebene, wobei die Fixpunkte blau dargestellt sind. Aus [BCP22].

Nat Kendal-Freedman
Max-Planck-Institut für
Mathematik in den Naturwissenschaften
Betreut durch

Anna Wienhard
Mathematik
![Eine Poisson-Voronoi-Tessellation der hyperbolischen Ebene, wobei die Fixpunkte blau dargestellt sind. Aus [BCP22]. Eine Poisson-Voronoi-Tessellation der hyperbolischen Ebene, wobei die Fixpunkte blau dargestellt sind. Aus [BCP22].](https://hector-fellow-academy.de/wp-content/uploads/2026/02/picture_research_nat_kendal-freedman.webp)