Neues Videoporträt der Hector Fellow Academy: „KI in der Wissenschaft: Wie KI die Fragen verändert, die wir stellen – Klaus-Robert Müller“
Karlsruhe, 15. Juli 2026 – Künstliche Intelligenz prägt längst unseren Alltag – von Suchmaschinen über Sprachmodelle bis hin zu medizinischen Anwendungen. Doch ihr größtes Potenzial liegt möglicherweise nicht nur darin, bestehende Aufgaben schneller zu lösen, sondern die Wissenschaft grundlegend zu verändern. Das neue Videoporträt der Hector Fellow Academy „KI in der Wissenschaft: Wie KI die Fragen verändert, die wir stellen – Klaus-Robert Müller“ zeigt, wie Künstliche Intelligenz neue Erkenntnisse ermöglicht und warum sie die Forschung der Zukunft nachhaltig prägen wird.
Klaus-Robert Müller, Professor für Maschinelles Lernen an der Technischen Universität Berlin und Direktor des Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD), gehört zu den international führenden Forschenden auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Seit 2023 ist er Mitglied der Hector Fellow Academy. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen erklärbare KI-Systeme und die Frage, wie Methoden des Maschinellen Lernens Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Disziplinen dabei unterstützen können, bislang verborgene Zusammenhänge in komplexen Daten zu entdecken und gänzlich neue Fragen in ihrem Forschungsfeld zu stellen.
Für Klaus-Robert Müller liegt der eigentliche Wert von KI nicht im Wettlauf um immer leistungsfähigere Algorithmen, sondern in ihrem Einsatz als Werkzeug für wissenschaftliche Durchbrüche. Im Videoporträt erklärt Müller: „Wenn ich aber die KI in die Wissenschaften bringe, sodass man neue Erkenntnisse gewinnen kann. Auf Krankheiten bezogen oder auf Quantenmechanik bezogen (…), dann geht ist es sehr viel nachhaltiger, weil man dann im Grunde den Goldgräbern die Schaufel gibt – und damit können sie noch ein Jahrhundert graben." Ob in der Quantenchemie, der Materialforschung oder der Medizin, Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem grundlegenden Werkzeug wissenschaftlicher Forschung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Films ist die „Erklärbare Künstliche Intelligenz“. Moderne KI-Systeme liefern zwar häufig beeindruckende Ergebnisse, doch ihre Entscheidungsprozesse bleiben oft schwer nachvollziehbar. Gerade in sensiblen Bereichen wie der Medizin ist diese Nachvollziehbarkeit entscheidend, um Vertrauen in KI-gestützte Diagnosen und Therapieentscheidungen zu schaffen.
Wie solche Ansätze in der Praxis eingesetzt werden können, zeigt die Arbeit von Laure Ciernik, Doktorandin im Forschungsteam von Klaus-Robert Müller, deren Promotionsprojekt von der Hector Fellow Academy gefördert wird. Sie entwickelt Methoden des maschinellen Lernens, mit denen sich anhand genetischer Daten Hirntumoren präziser klassifizieren und so langfristig belastende Eingriffe am Schädel für Patient*innen reduzieren lassen.
Die Forschung von Klaus-Robert Müller verdeutlicht das Potenzial Künstlicher Intelligenz für die Wissenschaft: Sie unterstützt Forschende dabei, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen, neue Fragestellungen zu entwickeln und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in unterschiedlichsten Disziplinen nachhaltig voranzutreiben. Künstliche Intelligenz ist damit weit mehr als eine Technologie des Alltags. Sie entwickelt sich zu einem Schlüssel für die Wissenschaft von morgen.
Die Hector Fellow Academy veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Videoporträts über die Wissenschaftler*innen ihres Netzwerks. Die Videos geben allgemeinverständliche Einblicke in die vielseitigen Forschungsprojekte der Hector Fellows und der Nachwuchswissenschaftler*innen. Zuschauer*innen erhalten so die Möglichkeit, die Hector Fellow Academy besser kennenzulernen. Das Videoporträt ist ab sofort online verfügbar.
Über die Hector Fellow Academy
Im Jahr 2013 hat Hans-Werner Hector, einer der Gründer des Softwareunternehmens SAP, die Hector Fellow Academy ins Leben gerufen. Sein Ziel: den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken, zukunftsweisende gesellschaftspolitische Diskurse in Gang zu setzen und zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen. Mittlerweile haben über 30 herausragende Forscher*innen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie aus Medizin und Psychologie den einmal jährlich vergebenen Hector Wissenschaftspreis erhalten. Die Preisträger*innen waren zum Zeitpunkt ihrer Ehrung an einer deutschen Universität oder Forschungseinrichtung tätig. Die Wissenschaftsakademie bietet diesen Hector Fellows nicht nur eine Plattform zum Austausch und Förderung für gemeinsame interdisziplinäre Forschungsprojekte. Sie hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, den Erfahrungsschatz ihrer Mitglieder an die nächste Generation weiterzugeben. Dazu finanziert die Hector Fellow Academy Promotionsstellen von Absolvent*innen mit überdurchschnittlichem Master-Abschluss und hat den Hector Research Career Development Award (Hector RCD Award) ins Leben gerufen.
Weitere Informationen: https://hector-fellow-academy.de/