Peter Hegemann für seine wegweisende Forschung zur Optogenetik ausgezeichnet
Hector Fellow Peter Hegemann erhält gemeinsam mit Karl Deisseroth und Georg Nagel den Medizin-Nobelpreis 2026. Die drei Wissenschaftler werden für ihre wegweisenden Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik ausgezeichnet. Hegemann ist Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin und seit 2015 Mitglied der Hector Fellow Academy.
Peter Hegemann zählt zu den Pionieren der Optogenetik – einer Methode, die Genetik und Licht kombiniert, um die Aktivität von Zellen, insbesondere von Nervenzellen, präzise zu steuern. Seine Forschung an lichtempfindlichen Proteinen in Algen führte zur Entdeckung und Charakterisierung der sogenannten Channelrhodopsine. Diese Proteine können gezielt in bestimmte Zellen eingebracht werden und ermöglichen es, deren Aktivität mithilfe von Lichtimpulsen zu aktivieren oder zu hemmen. Gemeinsam mit den darauffolgenden Fortschritten bei der Anwendung dieses Prinzips auf Nervenzellen legte seine Arbeit den Grundstein für die Optogenetik als leistungsfähige Forschungsmethode.
Heute hat die Optogenetik die Neurowissenschaften grundlegend verändert. Sie ermöglicht es Forschenden, die Funktionen bestimmter Zellen und neuronaler Netzwerke mit hoher Präzision zu untersuchen. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Funktionsweise des Gehirns zu erforschen und die Mechanismen neurologischer Erkrankungen besser zu verstehen. Mit dem Nobelpreis wird die weitreichende Bedeutung dieser Grundlagenforschung für die moderne Neurowissenschaft und Medizin gewürdigt.
Die feierliche Verleihung des Nobelpreises findet am 10. Dezember 2026, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm statt.