© Hector Fellow Academy
27. Mai 2026
Wissen­schafts­abend 2026 im Rückblick

Aufzeich­nung der Veran­stal­tung jetzt auf YouTube

Der 11. Wissen­schafts­abend der Hector Fellow Academy fand am 21. Mai 2026 unter dem Titel „Was können wir von Kindern lernen? Die Zukunft der perso­na­li­sier­ten Medizin“ in der Bayeri­schen Akade­mie der Wissen­schaf­ten in München sowie per Livestream statt. Die Veran­stal­tung wurde in Koope­ra­tion mit dem LMU Klini­kum ausge­rich­tet und stieß sowohl vor Ort als auch online auf großes Interesse.

Kinder sind keine kleinen Erwach­se­nen – sie erleben Krank­heit, Gesund­heit und medizi­ni­sche Behand­lung auf ihre ganz eigene Weise. Eine kindge­rechte Medizin muss diese Perspek­tive ernst nehmen, ihre Stimmen hören und ihre Rechte achten. Wie können Erkennt­nisse aus der Kinder- und Jugend­me­di­zin die Behand­lung von Patien­tin­nen und Patien­ten aller Alters­grup­pen verbes­sern? Warum ist es wichtig, Kinder aktiv in Entschei­dun­gen über ihre Gesund­heit einzu­be­zie­hen? Und welche Rolle spielen Kinder­rechte auf dem Weg zu einer perso­na­li­sier­ten Medizin?

Wissen­schaft­li­cher Gastge­ber des Abends war Chris­toph Klein, Profes­sor für Kinder­heil­kunde und Jugend­me­di­zin sowie Ärztli­cher Direk­tor der Kinder­kli­nik im Dr. von Hauner­schen Kinder­spi­tal der Ludwig-Maximi­li­ans-Univer­si­tät München.

Josef Pennin­ger, Direk­tor des Helmholtz-Zentrums für Infek­ti­ons­for­schung in Braun­schweig und Profes­sor an der Medizi­ni­schen Univer­si­tät Wien, widmete sich in seinem Vortrag der engen biolo­gi­schen Verbin­dung zwischen Mutter und Kind. Er zeigte auf, wie sich der Körper während Schwan­ger­schaft und Still­zeit anpasst, um sowohl die Gesund­heit der Mutter als auch die optimale Versor­gung des Kindes sicherzustellen.

Anschlie­ßend erläu­terte Chris­toph Klein, welche Bedeu­tung Erkennt­nisse aus der Behand­lung selte­ner Erkran­kun­gen im Kindes­al­ter für die Medizin insge­samt haben. Kinder mit selte­nen Krank­hei­ten würden zuneh­mend zu Wegbe­rei­tern einer präzi­sen und indivi­dua­li­sier­ten Medizin – und damit von den „Waisen der Medizin“ zu wichti­gen Impuls­ge­bern für neue Therapieansätze.

Einen weite­ren Schwer­punkt setzte Claudia Kittel mit ihrem Vortrag zu den Rechten von Kindern und Jugend­li­chen im medizi­ni­schen Kontext. Ausge­hend von der UN-Kinder­rechts­kon­ven­tion betonte sie, dass Kinder von Anfang an Träge­rin­nen und Träger eigener Rechte seien. Ihre Betei­li­gung an gesund­heit­li­chen Entschei­dun­gen sei daher nicht nur wünschens­wert, sondern eine klare Verpflich­tung und zugleich ein wichti­ger Beitrag zu einer besse­ren Medizin.

Im anschlie­ßen­den Podiums­ge­spräch disku­tier­ten die Vortra­gen­den gemein­sam mit drei Vertre­te­rin­nen und Vertre­tern des Kinder- und Jugend­for­schungs­rats des Dr. von Hauner­schen Kinder­spi­tals darüber, wie die Perspek­ti­ven, Erfah­run­gen und Meinun­gen junger Menschen stärker in die medizi­ni­sche Praxis einge­bun­den werden können.

Die Aufzeich­nung der Veran­stal­tung ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal der Hector Fellow Academy in deutscher und engli­scher Sprache verfügbar.

Der nächste Wissen­schafts­abend der Hector Fellow Academy findet am 9. Juni 2027 im Festsaal der Neuen Aula der Univer­si­tät Tübin­gen statt. Wissen­schaft­li­cher Ausrich­ter ist Bernhard Schöl­kopf, Direk­tor am Max-Planck-Insti­tut für Intel­li­gente Systeme, Profes­sor an der ETH Zürich und Gründungs­di­rek­tor des ELLIS-Insti­tuts in Tübingen.