16. Februar 2026
Hector Research Career Develo­p­ment Award ehrt junge Forschende auf dem Weg zu Professur

Chemi­ker Robert Hein, Biolo­gin Viola Introini und KI-Forscher Maximi­lian Dax werden ausgezeichnet

Der Hector Research Career Develo­p­ment Award wird in diesem Jahr an den Chemi­ker Robert Hein, die Biolo­gin Viola Introini und den KI-Forscher Maximi­lian Dax verlie­hen. Mit dem Förder­preis stärkt die Hector Fellow Academy (HFA) bereits zum sechs­ten Mal in Folge gezielt die Forschungs­kar­rie­ren exzel­len­ter Forscher*innen in der Post-Doc-Phase.

"Die Auszeich­nung mit dem Hector Research Career Develo­p­ment Award ist für mich eine große Ehre – nicht nur wegen des hohen Renom­mees der HFA, sondern auch, weil ich mich sehr mit ihren Zielen identi­fi­ziere, insbe­son­dere mit dem inter­dis­zi­pli­nä­ren Forschungs­an­satz”, erklärt Preis­trä­ger Robert Hein. Robert Hein ist seit Anfang 2025 Junior­pro­fes­sor an der Univer­si­tät Münster. Dort leitet er am Organisch-Chemi­schen Insti­tut und am Center for Soft Nanosci­ence eine eigene Forschungs­gruppe. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Synthese und Charak­te­ri­sie­rung neuar­ti­ger Moleküle, die auf elektri­sche Reize reagie­ren. Beson­ders inter­es­siert ihn, wie die Moleküle dabei vorüber­ge­hend ihre Farbe, ihr Leuch­ten oder ihre Form ändern. Neben grund­le­gen­den Frage­stel­lun­gen zielt seine Forschung auch auf konkrete Anwen­dun­gen, z.B. in der Senso­rik, der Energie­spei­che­rung oder bei der Entwick­lung respon­si­ver Oberflä­chen und funktio­na­ler Materialien.

Preis­trä­ge­rin Viola Introini erforscht inter­dis­zi­pli­när die Malaria-Erkran­kung. Sie leitet die Forschungs­gruppe „Vasku­läre Infek­tion“ am Max-Planck-Insti­tut für die Physik des Lichts sowie am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin in Erlan­gen. Gemein­sam mit ihrem Team unter­sucht sie, wie sich Malaria auf biolo­gi­scher und geneti­scher Ebene im mensch­li­chen Körper auswirkt. Dafür entwi­ckelt und nutzt sie patien­ten­ba­sierte Modelle künst­li­cher Blutge­fäße: „Mit der Unter­stüt­zung dieses Preises plane ich, (…) ein physio­lo­gisch relevan­tes 3D-Modell der Mikro­ge­fäße der Netzhaut zu entwi­ckeln, das auf realen Bildern von Patien­ten mit zerebra­ler Malaria basiert. Dieses Modell wird die Blut-Netzhaut-Schranke nachbil­den, einen Einblick in die Malaria-Patho­lo­gie ermög­li­chen und uns helfen, die im Gehirn ablau­fen­den Prozesse zu verste­hen (..).“ Mithilfe dieser Modelle möchte Viola Introini die zugrunde liegen­den Mecha­nis­men der Malaria-Erkran­kung genauer entschlüs­seln und auf dieser Basis gezielt wirksame Thera­pien für den Menschen entwickeln.

Erfreu­li­cher­weise konnte sich unter den rund 120 Bewer­bun­gen für den Hector RCD Award auch ein ehema­li­ger Nachwuchs­wis­sen­schaft­ler der Hector Fellow Academy durch­set­zen: Maximi­lian Dax. Heute leitet er eine Forschungs­gruppe am ELLIS-Insti­tut Tübin­gen sowie am Max-Planck-Insti­tut für Intel­li­gente Systeme. Während seiner Promo­tion wurde er von Hector Fellow Bernhard Schöl­kopf betreut. Mit seinem eigen­stän­di­gen Projekt zu KI-basierte Analyse langer Gravi­ta­ti­ons­wel­len behaup­tete er sich erfolg­reich im Wettbe­werbs­feld seiner Diszi­plin Infor­ma­tik und erhält nun die Möglich­keit, sein bereits in der Promo­tion begon­ne­nes Forschungs­thema weiter zu vertie­fen. Er ist begeis­tert, die KI-Forschung mit Hilfe des Hector RCD Awards weiter voran zu bringen: „Mit dieser Auszeich­nung unter­stützt die Hector Fellow Academy meine Forschung zur Entwick­lung neuer Metho­den der künst­li­chen Intel­li­genz für die Analyse langan­hal­ten­der Gravi­ta­ti­ons­wel­len­si­gnale. Dieses Projekt zielt darauf ab, unsere Fähig­keit zu verbes­sern, physi­ka­li­sche Infor­ma­tio­nen aus komple­xen Messun­gen im Zeital­ter der Obser­va­to­rien der nächs­ten Genera­tion zu extra­hie­ren.“ Maximi­lian Dax verbin­det grund­le­gende Forschung im Bereich der proba­bi­lis­ti­schen Künst­li­chen Intel­li­genz (KI) mit angewand­ter Forschung in den Natur­wis­sen­schaf­ten, insbe­son­dere der Astro­no­mie, und hofft so, durch KI zu neuen wissen­schaft­li­chen Entde­ckun­gen beizutragen.

Seit Beginn des Förder­prei­ses wurden bereits insge­samt 20 exzel­lente junge Wissenschaftler*innen in der Postdoc-Phase mit dem Hector RCD Award ausge­zeich­net und tempo­rär Mitglied im inter­dis­zi­pli­nä­ren Spitzen­netz­werk der Hector Fellow Academy. Die nächste Ausschrei­bungs­phase für den Hector RCD Award wird im Herbst 2026 stattfinden.